Übertragungsrisiken für HBV, HCV und HIV
Das Übertragungsrisiko für gefährliche Krankheitserreger setzt sich zusammen aus der Wahrscheinlichkeit, sich an einem Gegenstand zu verletzen, der bei einem infektiösen Patienten verwendet wurde (Prävalenz) und der Übertragungswahrscheinlichkeit (Serokonversionsrate) des gefährlichen Erregers.
Betrachtet man die Zahlen zu Prävalenz und Serokonversionsrate, so stellt man fest, dass rechnerisch das höchste Infektionsrisiko für das Zustandekommen einer Hepatitis-B-Infektion besteht: Bei jeder 79. Nadelstichverletzung müsste hier mit einer Infektion beim Personal gerechnet werden. Allerdings besteht gegen die Hepatitis B die Möglichkeit einer wirkungsvollen Schutzimpfung. Tatsächlich wiesen vor der Einführung dieser Impfung rund 10 % aller Beschäftigten im Gesundheitsdienst Anzeichen einer durchgemachten oder noch bestehenden Hepatitis-B-Infektion auf.
Heute besteht das größte Risiko für (gegen HBV geimpfte) Beschäftigte durch das Hepatitis-C-Virus: Hier ist ca. bei jeder 400ten Nadelstichverletzung mit einer Übertragung zu rechnen!
Hauptrisikofaktor für eine Infektion ist heute jedoch die Nichtmeldung der Nadelstichverletzung! Wird eine NSV nämlich direkt beim Betriebsarzt oder einem anderen zuständigen Arzt gemeldet, besteht die Möglichkeit postexpositionell Maßnahmen zu ergreifen, die eine Infektion oder gar eine Erkrankung sicher verhindern. Derartige Maßnahmen sind jedoch mit hohen Kosten verbunden.
